Freitag, 21.08.2026
Mein Dorf wird igelfreundlich
Freitag, 21.08.2026
Letzter Tag. Leider haben wir nicht so viele Tore anbringen können, wie wir uns das gewünscht haben. Aber wir haben einen Anfang gemacht.
Als wir heute Morgen zum Treffpunkt in Hochstadt kamen, erlebten wir schon die erste Enttäuschung: Unser roter Igel, den wir an unsere Info-Tafel geklebt hatten, war geklaut. Nicht einmal einen Tag hat er es geschafft. Traurig.
Ich hab das gleich der Journalistin geschrieben, die uns gestern besucht und beim Einbau der Igeltore begleitet hat. Sie will es in ihren Artikel mit aufnehmen. Darauf sind wir nun gespannt.
Die Woche war recht entspannt. Über den Montag wurde ja schon berichtet. Am Dienstag waren wir erst in der Schule, um ein paar Gegenstücke fertig zu beschriften, dann fuhren wir nach Hochstadt, um Werbung zumachen.
Am Mittwoch haben wir die Herausforderung auf dem Kiesbuckel besucht. Mit dem Bus des Schienenersatzverkehrs sind wir nach Albersweiler gefahren und von dort aus zum Naturfreundehaus am Kiesbuckel gewandert. Es war glücklicherweise nicht ganz so heiß wie die letzten Tage, trotzdem war es schweißtreibend, dort hoch zuwandern. Oben angekommen wurden wir von den Herausforderern dort oben freudig begrüßt und einige von uns trafen ihre Klassenkameraden, mit denen sie dann eine Hausbesichtigung machten. Ich musste trotzdem einen Anpfiff loswerden, weil die Hälfte der Gruppe sich im Wald während des Aufstiegs selbständig gemacht hatte und nicht mehr in Sicht- oder Rufweite war. Das geht gar nicht. Ich erklärte, warum. Die Einsicht kam eher halbherzig, da ja nichts passiert war und sie sich nicht verlaufen hatten. und ja eigentlich schon alt genug sind, um verantwortungsvoll zu handeln und sich zu orientieren. Jaaa. Stimmt. Aber... Naja. So ganz gelassen konnte ich nicht damit umgehen.
Wir bestellten uns was zu essen, tranken was und ruhten uns ein wenig aus. Unsere Gruppe war plötzlich zweigeteilt. Ein Teil traf seine Freunde, die in der anderen Herausforderung aktiv waren, die anderen genossen den Ausblick oder schaute sich auf dem Gelände und im Haus um.
Am Nachmittag machten wir uns auf den Rückweg. Der funktioniert super und mit Augenzwinkern, weil an jeder Minikurve nun angehalten und gescheut wurde. Auch gut.
Am Donnerstag hatten wir mehrere Termine zum Einbau von Toren. Wir wurden dabei von einer Journalistin und einer Fotografin begleitet, was zwei von uns davon abhielt, dabei zu sein. Es war mal eine andere Erfahrung, für Bilder, die nicht gestellt aussehen sollen, Anweisungen zu erhalten, wie man sich verhalten soll. Zunächst standen jedoch beim ersten Termin die Igelbabys im Focus aller. Wir waren bei der kleinen privaten Igelpflegestelle von Frau Bungartz; dort hatten wir die Pflegestelle schon mal angeschaut und wussten schon, wie süß die kleinen Igelbababys sind. Fotografin und Journalistin waren auch sofort gefangen von den Kleinen. Aber dann ging es doch um die Tore und deren Einbau. Wir bauten das erste Tor ein und wechselten dann zur Nachbarin gegenüber, bei der wir gleich zwei Tore einbauen durften. Nachdem wir diverse Fragen der Journalistin beantwortet hatten und mit unserer Arbeit fertig waren, machten wir uns auf den Weg zum Treffpunkt Lebenskreis. Nach einer kleinen Trinkpause besuchten wir ein Gemeinderatsmitglied, das Interesse bekundet hatte und durften - diesmal ohne Presse - ein weiteres Tor einbauen. Damit war der Vormittag um und wir sorgten für unser Mittagessen. Danach machten wir noch eine kleine Werberunde und konnten dann den Tag abschließen.
Und der Freitag verging mit der Übergabe eines Igeltors an einen, der es selbst einbaut und dem Einbau weiterer zwei Tore bei einer Familie, die wir schon mal besucht hatten, aber nicht genügend Tore hatten. Diesmal waren wir gerüstet. Auf dem Weg zu einem weiteren Interessenten wurden von Dorfbewohnern noch Fragen zu unserem Projekt gestellt und natürlich beantwortet. Auch Frau Bungartz erhielt noch weitere Tore für Leute, die davon gehört hatten, aber nicht im Dorf wohnen.
Sie stoßen schon auf Interesse, unsere Igeltore, wenn die Leute sie sehen oder davon hören. Wir werden drüber nachdenken, wie wir damit umgehen. Wir sind ja keine Firma...
Der Freitag endete früh. Für unser Mittagessen sorgten wir gemeinsam. Auch die Buchhaltung wurde noch erledigt, der Tagesbericht geschrieben und dann verabschiedeten wir uns ins Wochenende, nachdem wir die uns zur Verfügung gestellte Küche aufgeräumt, unsere Materialien im Auto verstaut und alles sauber gemacht hatten.
Der Montag kann kommen.
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