Dienstag, 11.08.2026
Hüttenzauber
Guten Morgen Tag 2
Es ging bis 23 Uhr – Aufräumen Note 2 - für den ersten Tag echt super – die Abendgespräche mit den Kindern sind einfach nur schön – wer jährlich liest erinnert sich vielleicht an den Zigtausend Km-Marsch von Sanu im letzten Jahr – auch dieses Jahr sind deutsche Kinder mit Eltern, die ihr Land verlassen mussten am Start – der eine weiß nicht warum – der andere erzählt von Mama und Papa, die den Osten gen Westen verließen, weil es einfach nicht mehr ging und die Hoffnung in Deutschland Fuß zu fassen groß war – schnell deutsch gelernt (das Wichtigste von Allem) und Fleiß (ach nit uwichtich) halfen dabei, dass es gut ging - (Sport)Vereine helfen dabei auch sehr – ab ins Traumland - zuerst legten sich nur drei Jungs zu uns auf die Terrasse – am Ende waren es ingesamt 9 Kids – es war angenehm – es war ein bisschen windig – es endete 5 Uhr 16 mit der aufgehenden Sonja – immer wieder ein Traum – Georg um 6 weg mim Bus – ich um 6 Uhr 6 mim Rad nach Böchingen - Weck und Laugenteilchen holen – halb sieben zurück – still ruht die Terrasse – außer dem Guterzogenen – er bestaunt die Ebene und versteht nicht, wie die anderen soo lange schlafen können – ich könnts ach gern - Um 7 Uhr 15 trällert Johanna von Koczian „Aufstehn ist schön“ – sie werden es hassen – langsames Wachwerden nach plötzlichem Erwachen – sie schälen sich aus den Schlafsäcken – die Terrassenmöbel füllen sich mit Tellern, Mülischüsseln und allem, was davon und daraus genossen wird – sie haben noch keinen Plan und machens kompliziert – besprechen wir später – vor dem Verzehr besprechen wir die Aufträge und Arbeitsplätze eines jeden Kindes – Blondie und Schneekette 2 wollen ans Essen – Bibi und Tina an die Theke, zusammen mit Dörnröschen und der Höflichen, die zuvor noch die Toiletten checken müssen – Ichschwör und Locke machen die Dachrinne sauber – zum Teil in schwindeleregender Höhe – Schneekette und WanngibstEssen räumen die Hütte auf und machen ein bisschen Ordnung – später helfen sie den Dachkannelkids – bevor das alles startet gibt’s in der Küche nach der gestrigen Theorieveranstaltung heute die PraxishalbeStunde - ich zeige, wie alle Hüttenessen zubereitet und auf die Teller gebracht werden – sie lauschen und schauen – keiner grinst dümmlich durch die Gegend – Kurdistan und Tunesien könnens aber nie ganz lassen zu nerven – un Lehrer sehen halt alles – vor allem die, die selwer kä Muschderschüler waren – also uffbasse – Koppnuss - die Jobs beginnen – heute kommen zwei Gruppen aus unserer IGS - die Finnen und das grüne Band – mit den Finnen waren Käsespätzle ausgemacht – awwer nit mit mir – un de anner is nit do – un eikaaft is ach nix – hoppla – un jetzt? – gibt’s halt unser geplantes Owendesse – Fussili mit Käsesahnesoße – un heit Owend gibt’s dann halt Pizza vum Vadder vum Ichschwör - oder doch Döner? – wir werden sehen, was Georg später aus den Kisten zaubert - der Laden brummt – einzelne Gäste kommen mit Selbstgemachtem – sie wussten nicht, dass wir die Hütte bewirten – von 0auf100 geht mit Flyern ins Tal und klebt Reklame – toll – danke – Eigeninitiative is immer gut - alle Kinder machen es prima – Stuart und die Höfliche sind als Springer unterwegs – der Zehnagel hat nen schlechten Vormittag – zuerst legt er schlechte Mukke auf – dann is ihm schlecht und er muss ruhen – gestern top heute fl.. – warten wir’s ab - ist ja erst ein halber Tag um – die Kasse klingelt weiter – Jokob Reeb gibt sich mit einer Gruppe die Ehre – ich bezahle mit Blut und einer kurzfristig verschwundenen Uhr – auf dem Weg zum Toilettenhaus ermahne ich ein Kind, das auf dem Spielplatz nicht spielt, sondern die Spielgeräte misshandelt – ich ermahne nett – er hört auf – ich geh pullern – auf em Rückweg randaliert er schon wieder mit einem Riesenstock herum – ich sage er soll aufhören – er schimpft mich Hu…sohn und wirf das Holz einfach blind durch die Gegend – mir reichts – ich geh zu ihm und will reden – er bückt sich und greift einen Stein – dann wird er halt fixiert – er tobt – ich halte und biete an ihn loszulassen, wenn er Ruhe gibt und mit zu seinen Lehrern geht – er nickt – ich lass los – er rennt weg – ich kann nicht rennen – Er wirf schon wieder große Sandsteine auf den Wanderweg – sein Betreuer kommt -ich erkläre und gehe – mit zwei blutigen Kratzern am Arm – ohne Uhr – aber merke ich erst ne Stunde später als ich nach der zeit kucken will - hab se gfunnei – im Kampfgebiet - in der Hütte läufts auch ohne mich – langsam wieder ruhiger – weniger Gäste - es folgt noch ein gutes Gespräch mit meinem neuen Spielplatzfreund und seinen Lehrern – dann isses gut – die Hütte verwaist – nur ganz sporadisch Gäste, die komisch sprechen (KSC Fans?), aber sehr nett sind – die VorunsHüttendienstmacher kommen vorbei, holen Vergessenes ab und geben den Kindern Tips wie man die Theke rockt wenn der Bär steppt – danke, das war hilfreich sagen die Mädels und der Guterzogene später – zwei Briocheteige gehen vor sich hin – einer mit, einer ohne Küchenwaage – mal sehen, welcher besser mundet – Ernie hat Zeit für die Uni die Tastatur zu malträtieren – ich beginne mit dem Tagebuch – Blondie geht Joggen – kommt in allen Teilen wieder zurück – ab 14.30 Uhr gähnende Leere – die Brioche gelingt – sieht gut aus – schmeckt lecker – kommt auf die Karte – die Höfliche macht einfach mal sauber – Toilettenhaus sieht gut aus – aber sie hat noch nicht genug und so wird unser Duschparadies komplett gereinigt – Applaus – Ernie spielt mit dem Guterzogenen, Bibi und Tina, Stuart (Little), Blumenhose, Schneekette 2 und Dornröschen Werwolf – ich dann auch - von 0 auf 100 schläft auf der Bank nebendran – heute bewegt er sich eher auf 60 - Die Höfliche wird ins Spiel integriert – die Dachrinnenreiniger ziehen sich ins Private zurück – ich dusche gebückt – danke Höfliche – es fließt – leider zu wenig zu tun – Philipp kommt – mit Marlene – Lehrer an der Monte – will mol gugge – schä – Chillout unterm Dach vorbei – denkste – draußen wird weiter gechillt – sie sehen nichts die Jungs – gar nichts – laufen an schmutzigen Arbeitsflächen, leeren Gläsern, Papier auf dem Boden und und und vorbei und platzieren sich draußen auf ner Garnitur – der Rest ist anders – sogar Stuart spült von alleine vor – leider ist dann wieder Arbeitspause und ich muss ihn holen um das Vorgespülte in die Maschine zu laden – wo muss ich drücken? – schlecht – nicht zugehört und gekuckt als der Angegraute erklärt hat - Maschine fertig – Stuart wieder weg – ich hol ihn zurück – ausräumen und abtrocknen bitte – danke – Dörnröschen und die Höfliche bringen den Kühlschrank auf ein neues Ordnungsniveau – Zehnagel fegt die komplette Küche durch, die vorher ausgeräumt wurde – ich wusste er kommt noch aus Versenkung - dabei haben auch vier der Bankdrücker geholfen – allerdings musste ich sie rufen – den Guterzogenen muss ich heute leider umtaufen in Mr. Überall – er arbeitet den ganzen Tag ohne Unterlass und war zusammen mit Tina auch für die Brioche zuständig, die ein Mann, seines Zeichens Bäcker und Konditor, komplett aufgekauft hat, weil sie so geil schmeckt – supergeil
Die Menschen, die zu uns kommen sind sooooo angetan von der netten und zugänglichen Art unserer Kinder – sie feiern unser Projekt und erzählen es weiter – manche fragen aber auch – „verpassen die Kinder nicht viel Stoff in der Schule?“ – wahrscheinlich Gymnasiallehrer oder -eltern – was die Kinder hier tun, indem sie bei uns abkucken und sich dann gegenseitig coachen, lernen sie einfach spielerisch und in Alltagssituationen - und im Umgang mit fremden, ständig wechselnden Erwachsenen bekommen sie die Rückmeldung, die sie besser macht – ohne Noten – is klar ne –wir sprechen aber noch nicht über alle Kinder – siehe oben – aber heute ist auch erst Tag 2 – mal sehen wie viele noch Gas geben – bisher war ja alles nur Vorprogramm – oh do kummd de Bert mit Zwängen Dudde un vier Kartons – die Kids jubeln – Döner und Pizza – Ruhe kehrt ein – e bissel kalt awwer lecker – zurück zum Vorprogramm – morgen erster Mottoabend – Burger – bis jetzt erst 20 Bestellungen – aber es ist ja Mittwoch und da haben die Ärzte zu und die Wartezimmer gehen in de Wald – mir hän uff Kummen ruff – die Kinner sin nett un unser Burger machen sicher nit fett – alla bis dann
Die Wegschauer machen die Küche – ich schreibe draußen Tagebuch und hoffe, dass es passt wenn ich gleich reinschaue – der Musik nach läufts ganz gut – Küche halbtop - Boden von Blondie und Schneekette 2 super nass gewischt – im Spülbecken warten noch Aufgaben auf den Rest
Wir (die 10er und ich) reden nochmal über den Sinn des Projekt und zeige mich enttäuscht von der Grundeinstellung – die passt noch nicht bei den meisten
Ganz schä windich heit Owend – Blondie macht noch Stabis – dann gibt’s Tagebuch – moie Käsespätzle un Burger – freu mich
De Wind wird Neid wenicher un alle gehen in die Hitt – spiele – chille – Mussig here – noch e Brioche backe – Tagebuch schreiwe – en gude Chardonnay im Glas vum – kä Werbung bitte
Gute Nacht Tag 2
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen